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Für kommenden September planen Neonazis der NPD in Zusammenarbeit mit AktivistInnen sogenannter „Freier Kameradschaften“ eine große Wahloffensive in Mittelthüringen, speziell in Gotha und im Ilmkreis. Geplant sind neben dem üblichen Propagandamüll auch Infostände und Kundgebungen. So z.B. am 10. September in Ohrdruf und am 16. September in Gotha. Wir rufen dazu auf, diese zu stören! Nachfolgend werden bedeutende AktivistInnen der angekündigten Propagandaoffensive vorgestellt.
NPD: Kundgebungen, Infostände, flächendeckend Flugblätter und Plakate Bereits am 16. Juli 2005 fand im ostthüringischen Pössneck der NPD-Landesparteitag statt, in dessen Verlauf die Kandidatenliste für die kommende Bundestagswahl aufgestellt wurde. In dem sogenannten Schützhaus, welches im April 2005 auch über eintausend rechtsextreme Skinheads anlässlich eines Rechtsrock-Konzertes besuchten, wurde kürzlich der Direktkandidat für die Region Gotha und Ilmkreis, Michael Burkert gewählt. In einer Pressemitteilung verkündet die NPD auf Welche Art und Weise sie die hiesige Region mit ihrer Propaganda verunreinigen möchte: „Angekündigt wurden mehrere flächendeckend organisierte Flugblattverteilungen, weitläufige Plakataktionen und zahlreiche Infostände im ganzen Kreisgebiet.“
Region Gothaer Land – nicht selten Aufmarschgebiet der Rechtsextremisten Gerade die Region in und um Gotha ist in den letzten Monaten und Jahren verschärft in den Fokus der Rechtsextremisten geraten. So fanden bereits zahlreiche Aufmärsche, mal zur Ehrung von Hitlerstellvertreter Rudolf Hess, mal anlässlich des Sozialabbaus oder zum Protest gegen Globalisierung, jeweils mit durchschnittlich 100-200 Neonazis, statt. Dazu kommt eine Reihe von Kundgebungen, erst in diesem Jahr wieder im April und Mai. Auch rechte Skinheadkonzerte werden zunehmend populärer, seit Januar 2005 gab es bereits fünf davon in Gotha und diverse Neonazi-Organisationen haben fuß gefasst. Der „Nationale Widerstand Gotha“ ist hauptverantwortlich für diverse Aktionen in der Stadt sowie im benachbarten Waltershausen und Ohrdruf, wobei aktuelle Schwerpunkte auf das Sprühen von Rudolf Hess-Grafittis, NPD-Wahlkampfunterstützung und die Herstellung der neuen Zeitschrift „Der Rennsteigbote“ gesetzt werden.
Naziangriffe und kollektives Wegsehen der Behörden Auch gewalttätige Übergriffe sind keine Seltenheit, so rühmen AktivistInnen aus dem Ohrdrufer Neonazi-Milieu ihren Ort als „die braunste Stadt Deutschlands“. Leider ist die Behauptung nicht ganz unwahr, da es hier nicht nur eine große Skinhead-Szene sondern auch viel Zuspruch in der dortigen Zivilbevölkerung gibt, was sich unter anderem bei einer rechtsextremen Kundgebung am 21.05.05 zeigte, als 55 Neonazis während ihren Hasstiraden von einem Bürgermob beklatscht und applaudiert wurden während Bürgermeister, Verwaltung und Kirchen dazu aufriefen, das Problem zu ignorieren. In selbigem Ort wurde vor zwei Jahren ein Sprengstofflabor der Neonazis ausgehoben und im nicht weit entfernten Westhausen kam es vor wenigen Wochen erneut zu einem Überfall und schweren Misshandlungen gegen mehrere Jugendliche, wobei die Täter der rechten Szene auch Schlagringe, Messer und eine Holzlatte einsetzen. Als ein 16 Jähriger zu Boden geschlagen wurde, traten sie weiter auf Ihn ein, legten eine Holztür auf seinen Körper, trampelten darauf rum und zerfetzten seine Kleidung. Das schwerverletzte Opfer wurde ins Krankenhaus eingeliefert, die Beamte stellten vorort „Hakenkreuzanhänger“ im Fahrzeug der Angreifer sicher.
NPD-Wahloffensive - Wer steckt dahinter? Für die kommenden Nazi-Aktivitäten im Gothaer Land gibt es vier Hauptverantwortliche, die wir hier kurz vorstellen werden.
 Frank Schwerdt – Eine 62 Jährige Schlüsselfigur in der rechtsextremen Bildungsarbeit, der sowohl Bundesgeschäftsführer als auch Landesvorsitzender der Thüringer NPD ist. Schwerdt tritt häufig als Redner bei Neonazi-Demonstrationen und Kundgebungen auf. Auch in Gotha trat er am 3. Juli 2004 bereits ans Mikrofon, während er mit 150 Neonazis durch die Stadt marschierte. Schwerdt verbüßte bereits wegen Volksverhetzung, Herstellung und Verbreitung von NS-Propagandamaterial sowie der Produktion und dem Vertrieb von etwa 2.500 CDs einer Thüringer Rechtsrockband mehrere Haftstrafen.
 Michael Burkert – Der 27 Jährige Bäckermeister galt in den 90er Jahren als Chef der Organisation „Skinheadclub 88“ in Friedrichroda und wurde ab 2000 einer der führenden Köpfe des NSAW („Nationales und Sozialen Aktionsbündnis Westthüringen“). Burkert hatte im Jahr 2003 die Stelle eines Jugendbeauftragten der Deutschen Partei (DP) inne und trat ein Jahr später in die NPD ein, woraufhin er auch Vorsitzender des neugegründeten Kreisverbandes Erfurt-Gotha wurde. Bei zahlreichen Neonazi-Demonstrationen und Veranstaltungen trat er als Redner auf, in denen er unter anderem „Sieg und Heil“ skandierte. Seit 16. Juli ist er NPD-Direktkandidat für den Wahlkreis 193, Gotha-Ilmkreis.
 Sebastian Reiche – Einer der führenden Köpfe der Neonazi-Organisation „Thüringer Heimatschutz“, sowie Betreiber des „Aktionsbüro Thüringen“ und der Internetseite „Für Gotha“. Er beteiligt sich an der Organisierung und Finanzierung von Aktionen und Veranstaltungen der rechtsextremen Szene, so z.B. bei zahlreichen Kundgebungen und Demos, aber auch dem jährlich stattfindenden „Thüringentag der nationalen Jugend“ und dem „Fest der Völker“ in Jena. Reiche betreibt massiv Anti-Antifa-Arbeit und produziert derzeit die Zeitschrift „Der Rennsteigbote“, die in einer Auflage von 10.000 Stück über neofaschistische Strukturen in Brandenburg gedruckt werden. Übernimmt Aufgaben vom NSAW-Kopf Patrick Wieschke, seit dem dieser inhaftiert ist.
 Rita Hoffmann – pensionierte Oberstufenlehrerin für Deutsch und Geschichte aus Wildeck-Obersuhl, die seit längerer Zeit als regelmäßige Autorin der rechtsextremen Zeitschrift „National Zeitung“ vom DVU-Vorsitzenden Gerhardt Frey in Erscheinung tritt. Sie ist Parteilos und gehört dem DVU-Umfeld an. Am 16. Juli 2005 wurde Hoffmann bei einem außerordentlichen NPD-Landesparteitag zur Bundstagsspitzenkandidatin gewählt.
Daher:
Samstag, 10. September 2005 – NPD-Wahlkampfkundgebung stören! >> Ohrdruf - Marktplatz - 11.00 Uhr
Freitag, 16. September 2005 – NPD-Wahlkampfkundgebung stören! >> Gotha - Neumarkt - 16.30 Uhr
Weitere Infos folgen.
Es wurde außerdem eine Infotelefon eingerichtet, bei dem Neuigkeiten und Dates erfragt werden können.
INFOTELEFON 0160 - 927 744 09
Außerdem wären wir dankbar, wenn ihr uns folgende Infos über die gleiche Nummer melden könntet, falls ihr Zeugin oder Zeuge werdet:
o Aufbau und Betrieb von NPD-Infoständen o Plakatieren von Nazipropaganda o Verteilaktionen der sogenannten „Schulhof-CD“ o Übergriffe von Neonazis |