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Wieder einmal: Schwerer Naziüberfall in Ohrdruf PDF Drucken E-Mail
11.10.2005
7. Oktober 2005 - In der Nacht von Freitag zu Samstag überfielen vier Ohrdrufer Neonazis mehrere linksorientierte Jugendliche. Zielgerichtet wurde ein 16 Jähriger angegriffen, am Boden liegend mit Springerstiefeln malträtiert und versucht, ihm das Genick zubrechen. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert, die anderen Jugendlichen, welche nach dem Überfall von den Tätern in einen nahegelegenen Teich geschmissen wurden, erlitten leichte Verletzungen.
 
Gegen halb Elf tauchten "An der drei Teichen" in Ohrdruf vier Neonazis auf. Unter Ihnen die drei 15-17 Jährigen Florian Weber, Matthias Stützel und Etienne Brand, welche allesamt dem Umfeld der rechtsextremen Kameradschaft Ohrdruf angehören. Außerdem eine weitere Person, bei der es sich vermutlich um den 18 bis 20 Jährigen Neonazi Scholte aus der Region Tambach-Dietharz handelt, welcher bereits im September 2003 mit Aktivisten jener Kameradschaft (Dennis Brand, Denny Hohmann und Sprengstoffnazi Matthias John) an einem brutalen Überfall beteiligt war.

Die Neonazis schlugen an diesem Abend zielgerichtet auf einen linksorientierten Jugendlichen ein. Freunde, die Ihm helfen wollten, wurden ebenfalls angegriffen. Als der 16 Jährige kurzzeitig das Bewusstsein verlor und zusammenbrach stürzten sich die Neonazis auf Ihn und traten im Blutrausch auf den Kopf und den ganzen Körper ein. Dreimal trat einer der Nazis ihm gezielt mit Springerstiefeln gegen das Genick, welches glücklicherweise nicht gebrochen wurde. Mit den Worten "Wer von euch will als nächstes aufs Maul!?" attackierte einer der Rechtsextremisten einen anderen Jugendlichen, der danach, ähnlich wie eine weitere Person in einen nahegelegenen Teich geschmissen wurde. Nach dem die Gewaltorgie beendet war begaben sich die Täter zu einer Nazifeier in einer Gartenanlage, in der sich etwa 20 betrunkene und gewaltbereite Mitglieder und Sympathisanten der Kameradschaft aufhielten. Als die Polizei eintraf wurden drei der Täter festgenommen, von der 4. Person konnte der Name ermittelt werden.

Die Opfer werden inzwischen weiterhin bedroht und in der 6.000 Einwohnerstadt, in der die NPD bei der Bundestagswahl 5,8% der Stimmen gewinnen konnte und wo rechtsextreme Gewaltakte an der Tagesordnung sind, halten Bürgermeister und Verwaltung weiterhin an der Strategie fest, das wenn sie die Neonazis ignorieren, sie dann von alleine verschwinden. Schlimmer noch: Unter dem Deckmantel der "Gewaltprävention", dürfen sich die braunen Schläger wöchentlich beim Boxen & Kampfsport in der Goldberghalle austoben. Dass dass dort erworbene Wissen ebenso wöchentlich in Attacken auf Jugendliche, Menschen mit migrantischem Hintergrund und Anhänger von Subkulturen zum Ausdruck kommt, scheint die Behörden nicht zu interessieren. Wir werden nicht wegsehen, zeigen uns solidarisch mit den Opfern in Ohrdruf und allen anderen Betroffenen rechtsextremer Gewalt.

Nachtrag (21.10.05):
Zwei Wochen nach dem Überfall wurden zwei Täter zwischenzeitlich inhaftiert, ein weiterer dem Haftrichter vorgeführt.

 
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