| Zwei Demos nach Antifaschistischen Antirassistischen Ratschlag in Arnstadt |
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| 08.11.2005 | |
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Am 5. November fand in der Arnstädter Stadthalle, der von der Landesarbeitsgemeinschaft Antifaschismus/Antirassismus jährlich initiierte, „Antifaschistische/Antirassistische Ratschlag“ statt. Organisiert wurde der Ratschlag von Parteien, Gewerkschaften, Initiativen und Gruppen aus Thüringen. Etwa 150 Menschen nahmen am diesjährigen Treffen teil. Im Anschluss erfolgte eine Demonstration/Mahngang durch die Innenstadt. Sie endete am Mahnmal der ehemaligen Synagoge. Unabhängig vom Ratschlag formierte sich in der Innenstadt eine weitere, jedoch spontane Demonstration gegen lokale Neonazi-Aktivisten und rechtsextreme Gewalt.
Programm rund um 10 Workshops Gegen 10 Uhr erfolgte in der Arnstädter Stadthalle die Eröffnung des Ratschlags durch 2 VertreterInnen der LAG Antifaschismus/Antirassismus. Im Anschluss stellten die 10 ReferentInnen ihre Workshops vor. 11:30 Uhr begannen die einzelnen Workshops, mehr oder weniger gut besucht. Durch Filmbeiträge, Präsentationen und Diskussionen versuchte man Inhalte zu vermitteln und suchte die Auseinandersetzung mit politisch und gesellschaftlich relevanten Problemen. Am Rande des Ratschlages gab es die Möglichkeit Filmberichte über den Mahngang wider das Vergessen(April 2005) und die Entwicklung und Perspektive des Topf & Söhne Geländes in Erfurt zu verfolgen. Letzteres beinhaltet ein Besetztes Hausprojekt, welchem aktuell die Räumung droht. Nachdem die Arbeitsgruppen die Workshops beendeten erfolgte das „Abschlussplenum“. Verschiedene Personen referierten, teilweise nicht wirklich differenziert, über die Themen „Ich bin nicht Deutschland – Ich bin ich“, Bezugnahme auf die Medienkampagne „Du bist Deutschland“, Alltagsrassismus, rechte Gewalt und Gegenwehr. Nach Beendigung des Ratschlags durch die LAG, erfolgte eine antifaschistische Demonstration durch Arnstadt. Als kritikwürdig erwies sich der Austragungsort. Den antifaschistischen/antirassistischen Ratschlag unter der Nationalfahne Deutschlands, welche vor dem Eingang prangte, zu begehen empfanden viele TeilnehmerInnen unerträglich. Auch die Möglichkeit sich auf unkommerzielle Weise zu versorgen bestand nicht. Schuld am Ausweichort (ursprünglich wurde eine Schule als Austragungsort vorgesehen) ist Landrat Lutz-Rainer Senglaub, welcher die Arnstädter Schulen für eine Veranstaltung zur Prävention von Rassismus und Neonazismus nicht freigab. Jener Landrat versuchte zudem am 20. November 2004 die Nazikundgebung auf dem Marktplatz zu vertuschen und so den Neonazis freie hand zu verschaffen. 150-200 TeilnehmerInnen protestieren lautstark durch Arnstadt Die Auftaktkundgebung begann nach dem souveränen Abwickeln der Cops durch den Anmelder mit einem Redebeitrag selbigem zur aktuellen politischen Entwicklung in Arnstadt, mit Bezugnahme auf die Hetze im Vorfeld des Ratschlages und die Eklats der Thüringer Polizei, nicht zuletzt auf die Ereignisse am 20. November des Vorjahres(Left Resistance berichtete). Einen weiteren Redebeitrag hielt ein Vertreter des Komitees 11000 Kinder aus Weimar. Im Anschluss setzte sich der Demonstrationszug lautstark in Bewegung, Richtung Innenstadt. Die Kundgebungen am Ried und auf dem Bustreff, begleiteten Redebeiträge des Infoladen Arnstadt, der Landtagsabgeordneten Sabine Berninger und des Vorsitzenden der Arnstädter Arbeitsgemeinschaft „Demokratie braucht Zivilcourage“ Jochen Traut. Am Mahnmal der ehemaligen Synagoge endete die offizielle Demonstration. Provokationen durch Neonazis gab es während der Demonstration unwesentlich wenig. Stellvertretend provozierte die Polizei durch den Einsatz zweier Kameras, mit welchem die DemonstrationsteilnehmerInnen und explizit die RednerInnen aufgezeichnet wurden. Als die Polizei die Repressalien nicht einstellte, verhinderten die TeilnehmerInnen die Bildaufnahme durch Fahnen. Das Aufzeichnen des Tons konnte nicht unterbunden werden. In ihrem Handeln, durch die mediale Diffamierung der TeilnehmerInnen im Vorfeld der Veranstaltung gestärkt, hielt die Polizei eine Hundertschaft in Bereitschaft. Spontandemonstration gegen Neonazismus Inzwischen kursierten erste Gerüchte, dass Nazis versuchen würden, einzelne TeilnehmerInnen im Stadtgebiet abzugreifen. Nach Beendigung der offiziellen Demonstration formierte sich im Innenstadtbereich spontan Protest gegen rechtsextreme Strukturen und Nazigewalt. Etwa 50 AntifaschistInnen zogen lautstark durch die Stadt, vorbei an den Wohnungen von lokalen Nazikadern, darunter Enrico Hartung & Katja Giese, André Karstedt und Michel Kirsche. Nach kurzer Zeit tauchten im Stadtgebiet auch mehrere teilweise vollbesetzte Autos von rechten Skinheads auf, denen noch ein wenig nachgeholfen wurde, bis sie hastig die Flucht ergriffen und die Innenstadt an diesem Abend zur "Nationalisten-freie Zone" erklärt wurde. Kampf jedem autoritären System. Nie wieder Faschismus. ![]() |
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